Juhu! Die UFC ist in Deutschland angekommen! Man verzeihe mir, dass ich über eine Veranstaltung, die bereits am 13. Juni stattgefunden hat, erst am 20. Juni schreibe, aber vielleicht hebt das ja die Qualität der Reflexion darüber, weil es eine Zeit lang gedauert hat, die Ereignisse in der nötigen Tiefe zu verarbeiten...was weiß ich... .
Nachdem es im Vorfeld die zu erwartenden hitzigen Diskussionen gab, in denen von einigen Kritikern bereits der Untergang des Abendlandes prophezeit wurde, der mit der Einführung der gelegentlich blutigen Kämpfe in diesem Teil des alten Europa quasi unausweichlich bevorstünde, fand die Veranstaltung wie geplant am 13. Juni in der Lanxess-Arena in Köln statt. Letztere war mit 12.000 Besuchern ausverkauft, nachdem zwei Tage zuvor in der Fernsehsendung "Kulturzeit" über eine halbleere Lanxess-Arena spekuliert wurde. "Was ist, wenn Deutschland einen neuen Prügelsport hat und keiner geht hin?", wurde dort zum Abschluss des Beitrages ein wenig höhnisch georakelt. Dass die Veranstaltung zumindest hinsichtlich der Besucherzahlen dann doch ein voller Erfolg war, freute den MMA Fan wie auch den Autor dieses Posts.
Die Qualität der Kämpfe war insgesamt , von wenigen Ausnahmen abgesehen, gut, wobei insbesondere der Hauptkampf mit einem "Standup-War" der beiden Legenden Silva und Franklin gute Unterhaltung bot. Die deutschen Kämpfer schlugen sich insgesamt wacker, zwei von den dreien konnten Ihre Kämpfe gewinnen, wobei insbesondere der Mannheimer Dennis Siver einen souveränen Kampf zeigte, den er in der ersten Runde per Rear Naked Choke beenden konnte. Ein extrem blutiges Match lieferten sich Stefan Struve und Denis Stojnic. Ersterer wurde am Boden liegend durch das Ground and Pound seines Gegners verletzt und zog sich eine Platzwunde am Kopf zu, welche extrem stark blutete und am Käfigboden regelrecht zur Lachenbildung führte. Stefan zeigte aber enorm viel Herz und konnte den Kampf doch noch für sich entscheiden.
Kämpfe wie der oben beschriebene sind es insbesondere, welche die Kritiker des MMA auf den Plan rufen. Erstens ist es ein im Sport ungewohntes und für den erstmaligen Betrachter sicher abschreckendes Bild, einen Kämpfer auf dem anderen sitzen und auf dessen Kopf schlagen zu sehen. Zweitens rufen die dünneren MMA-Handschützer im Vergleich zu Boxhandschuhen leichter oberflächliche Verletzungen am Gesicht hervor, was im Vergleich zum Boxsport häufiger zu blutigen Kämpfen führt. Die Möglichkeit, Ellenbogen- und Knietechniken einzusetzen, tut hierbei ein Übriges. Abgesehen davon ist MMA ein wesentlich sichererer Sport als Boxen, was sich unter anderem in der signifikant geringeren Anzahl an Todesfällen zeigt. Ein Großteil der MMA-Kritiker nimmt solche Fakten aber kaum zur Kenntnis, sondern diskutiert von Emotionen geleitet. Das führt dann schonmal zu Verbotsforderungen, welche dann aber konsequenterweise auch auf andere Vollkontaktkampfsportarten wie etwa das Boxen ausgedehnt werden müssten.
Sicher ist MMA nicht jedermanns Sache und eine Diskussion über den Sport ist sinnvoll. Allerdings ist eine Mindestanforderung, dass sie von Seiten der Kritiker mit einem Mindestmaß an Fachkenntnis geführt wird.
Samstag, 20. Juni 2009
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3 Kommentare:
Das ist genau das Problem. Viele sagen es sei nur brutales Geprügel. Haben selbst aber noch nie im Ring gestanden und geschweige denn eine Kampfkunst trainiert.
wo gibt es die zahlen die belgen das bei UFC kämpfen weniger todesfälle auftreten als bei anderen "vollkontakt- kampfsportarten" ? das würde mich mal interessieren und zwar einfach aus dme grund, weil ich diese UFC kämpfe auch eher als eine logische synthese der kampfkunst sehen. wenn auch nicht unkritisch.
Hallo himitsubako,
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