Mittwoch, 31. Dezember 2008

P/PK im Sport

In seinem Buch "Die sieben Wege zur Effektivität" (englischer Originaltitel: "The Seven Habits of Highly Effective People") beschreibt der Unternehmensberater Stephen Covey verschiedene Prinzipien, die für effektives Handeln im beruflichen wie privaten Bereich unabdingbar sind. Ein zentrales Prinzip ist dabei das P/PK-Gleichgewicht.

P steht hierbei für die Produktion der gewünschten Ergebnisse, PK für die Produtionskapazität. Als Beispiel führt Covey Aesops Fabel von der goldenen Gans an. Die Fabel in Kurzform (keine literarischen Ansprüche, bitte!): Ein Bauer entdeckt, dass eine seiner Gänse goldene Eier legen kann. Durch diese goldenen Eier wird der Bauer sehr reich. Gierig geworden, beschließt er, die Gans zu töten, um ihr sofort alle goldenen Eier zu entnehmen. Er findet aber heraus, dass die Gans leer ist. Sie nützt ihm nur wenn sie lebendig ist. Der Bauer legt eine ähnliche Geisteshaltung zutage wie die Banker, die für die Finanzkrise mitverantwortlich sind. Wer nur auf P wertlegt, ohne PK zu beachten, wird langfristig scheitern. Die Gans in der Fabel ist selbstverständlich derjenige Faktor, der PK ausmacht. Ohne sie gibt es langfristig kein P.

Das Prinzip der P/PK-Balance lässt sich global auf das Leben anwenden, aber auch spezifisch auf die Welt des Sports. P steht hierbei für die gewünschten Ergebnisse, etwa eine bestimmte Platzierung in einem Karate-Wettbewerb, ein bestimmtes Gewicht beim Kreuzheben oder das Absolvieren eines Marathons. Wer sich hierbei nur auf P konzentriert, wird scheitern oder aber seine Ziele nur unter Inkaufnahme gesundheitlicher Schäden erreichen. Wer nur für den Karate-Wettkampf trainiert, nicht auf ausreichend Regeneration achtet und körperliche Signale missachtet, die eine Pause oder einen anderen Trainingsansatz nahelegen, der wird durch Gelenkprobleme und Übertrainingssymptome bestraft. Wer nur Kraftdreikampf trainiert, ohne ergänzende Übungen, Gelenkmobilität etc., der wird mittel- bis langfristig schwere Dysbalancen entwickeln. Wer nur läuft, um die Marathondistanz zu schaffen und kein ergänzendes Krafttraining macht, der wird ebenso von Gelenkverletzungen geplagt sein und sehr wahrscheinlich einen schlechten Laufstil entwickeln.

Also, ich habe hier einen Vorsatz für Euch für´s neue Jahr: Achtet auf Euere PK! Euer Körper, die goldene Gans des Athleten, wird es Euch danken!

5 Kommentare:

Sonja hat gesagt…

Da hast du ja ein gutes Buch zu Weihnachten bekommen:-)
Mit deinem post sprichst du mir direkt aus der Seele, da ich mich gerade von einem Bandscheibenvorfall erhole.

Wishing you a happy holiday season and a new year filled with peace and prosperity.

Raphael Rybarczik hat gesagt…

Hehe, nein, das Buch habe ich schon länger, ätsch.

Oje, nen BSV ist ne üble Sache, ich wünsche Dir ne gute Reha!

Sonja hat gesagt…

Eine ambulante Reha habe ich bereits hinter mir. Hier wird in erster Linie auf Muskelaufbau gesetzt, um den lädierten Rücken zu stärken. Auch Pilates (sehr effektiv!), Bogenschießen und Tai Chi habe ich gelernt, d.h. letzteres lerne ich immer noch. Unser Trainer heißt Matthias Rath, er ist auch Aikidotrainer, vielleicht kennst du ihn?

Die Dehnübungen, die ich als Krankengymnastik machen muss, finden sich auch auf einer Zen/Jogaseite im Internet. Hier die Adresse: http://www.zen-deshimaru.com/EN/practice/yoga.html

Falls dir also wieder mal vom Zazen der Rücken schmerzt, weißt du was hilft.


Gruß Sonja

Raphael Rybarczik hat gesagt…

Der Name Matthias Rath ist mir ein Begriff. Bei ihm habe ich vor einigen Jahren ein wenig Iaido gelernt. Er wird mich aber wahrscheinlich nicht mehr kennen.

Richte den Karate-Leuten mal schöne Grüße aus, ja?

Sonja hat gesagt…

Werde ich machen! Bloß ich trainiere z.Z. kein Karate. Mein Doktor meinte nämlich, die ruckartigen Bewegungen würden mir sehr schaden. Außerdem habe ich außen am rechten Oberschenkel bis hin zum Knie ein pelziges Gefühl und Schmerzen. Erst dachte man ich hätte mir beim Mawashi-Geri den Hüftnerv eingeklemmt oder einen Muskelfaserriss bzw. einen Faserriss der Hüftstreckersehne zugezogen und noch einiges mehr, aber es kommt wohl doch vom Bandscheibenvorfall.

Interessanterweise berichten viele, auch sehr junge, Kampfsportler im Internet über dieses Phänomen. Hier ein typisches Beispiel: http://www.martialartsboard.de/showthread.php?t=374

Ja, ich denke man sollte in der Tat mehr auf seinen Körper achten.

In diesem Sinne viele Grüße

Sonja